Am 11. Februar verstarb Helmuth Rilling im 93. Lebensjahr. 1933 geboren, studierte er Schulmusik und Orgel. 1956 gründete Rilling die Gächinger Kantorei, 1965 das Bach-Collegium Stuttgart. Außerdem leitete er weitere Ensembles, etwa den Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart und die Frankfurter Kantorei. Mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium nahm er bis 1985 alle Bachkantaten auf. Das Oregon Bach Festival und die Bachakademie Stuttgart, 1970 beziehungsweise 1981 gegründet, wurden zu Brennpunkten der Bachinterpretation. Dabei waren seine Interessen weit gestreut: Er dirigierte 1988 die «Messa per Rossini» und 1995 das «Requiem der Versöhnung». Für seine Aufnahme von Krzysztof Pendereckis «Credo» wurde ihm 2001 ein Grammy verliehen. Im selben Jahr gründete er das Musikfest Stuttgart. Auch als Lehrer, zunächst in Spandau, dann in Frankfurt, entfaltete er großen Einfluss. Zu Rillings zahlreichen Auszeichnungen zählt der Preis der Europäischen Kirchenmusik und viermal das Bundesverdienstkreuz. 2013 wurde sein Lebenswerk mit dem Echo Klassik gewürdigt.
Die Filmememacherin Ulrike Gehring hat Helmuth Rilling 2017 portraitiert (SWR 2017).