«Echo» und «Dreamland» – neue Chorwerke von Kristina Arakelyan
Kristina Arakelyan gehört wie auch Anna Lapwood und Kerensa Briggs zu den jungen Musikerinnen, die, von Boosey & Hawkes gefördert und verlegt, viel Aufmerksamkeit auf dem Markt für Chorliteratur bekommen. Die solide ausgebildete armenisch-britische Komponistin und Pianistin hat Texte von Christina Rossetti vertont – unter anderem in einem vierteiligen Zyklus mit dem Titel «Seascapes», dessen dritter Satz «Echo» jetzt als Einzelausgabe vorliegt. Der fast immer achtstimmige Chorsatz ist homofon, lediglich die Frauen- und die Männerstimmen werden in Blöcken gegeneinandergestellt. Die melancholisch-verträumte Stimmung des Textes verarbeitet Arakelyan mit Mixturakkorden, die auf Dur- und Mollbasis mit Sekunddissonanzen angereichert sind; nicht besonders originell, aber in der Praxis gut zu bewältigen und wirkungsvoll.
Angenehme Klänge: «Dreamland» von Kristina Arakelyan
Während der Pandemie vertonte Arakelyan 2021 einen weiteren Text Rossettis, der Leben und Tod poetisch reflektiert. Das dreiteilige Stück für Sopran- und Altstimmen und Klavier beginnt mit einem Alt-Solo, dem ein einfacher, dreiklangsbetonter Chorsatz folgt. Der Mittelteil fächert die drei Chorstimmen imitatorisch auf und steigert Tempo und Dynamik. Zum Ende vereinen sich Alt-Solo und Chor im ruhigen Gestus des Anfangs. Während das etwa sechseinhalb Minuten lange «Echo» durch die vielstimmige Farbigkeit der Harmonik für große gemischte Chöre einen mittleren Schwierigkeitsgrad aufweist, ist «Dreamland» auch für Mädchen- oder Frauenchöre gut machbar, die sich schnell an angenehmen Klängen erfreuen wollen. Sowohl Alt-Solo als auch Klaviersatz sind leicht und praxisnah geschrieben.