«Existenziell wichtig» – wenn Musik neuro­diver­genten Menschen hilft

Autor:in

Karena Beissert

Ausgabe

N° 127 | November 2025

Wenn Spra­che nicht aus­reicht, um sich zu ver­stän­di­gen, ist Musik eine her­vor­ra­gen­de Alter­na­ti­ve. Mehr noch, sie ist viel­leicht die Meta-Spra­che schlecht­hin, genau­so wie jede ande­re Form von Kunst abseits des­sen, was wir ver­bal aus­drü­cken kön­nen. Musik ist mein Stim­ming Num­mer eins. Mei­ne Fami­lie trug pas­sio­niert dazu bei: Oma war eine aus­ge­zeich­ne­te Sän­ge­rin, ande­re Ver­wand­te san­gen ambi­tio­niert im Kir­chen­chor und mein Vater mit sei­ner Sam­mel­lei­den­schaft präg­te maß­geb­lich mei­nen musi­ka­li­schen Wer­de­gang. In unse­rem Wohn­zim­mer sta­pel­ten sich CDs und Plat­ten sau­ber auf­ge­reiht bis unter die Decke, aus der limi­tiert hand­ge­fer­tig­ten HiFi-Anla­ge brach­ten Van Halen, The Pro­di­gy, Depe­che Mode oder For­eig­ner auf gefühlt 130 Dezi­bel die Nach­barn zur Ver­zweif­lung. Schon als Kind war mir Elek­tro­mu­sik lie­ber als typisch kind­ge­rech­te Lalamu­cke.

Trotz­dem hat­te ich kein Bedürf­nis nach musi­ka­li­scher Aus­bil­dung. Im Gegen­teil, allein die Vor­stel­lung, ler­nen und mich mit ande­ren Men­schen tref­fen und aus­tau­schen zu müs­sen, rief in mir eine Ableh­nung her­vor, die ich bis ins Erwach­se­nen­al­ter nicht grei­fen oder näher bezeich­nen konn­te. Hin­zu kam das unan­ge­neh­me Gefühl, schnell von vie­lem begeis­tert zu sein, doch eben­so schnell kei­ne Moti­va­ti­on mehr auf­brin­gen zu kön­nen, um dran­zu­blei­ben. Zum Ende der Grund­schu­le hin nahm ich zwar Kla­vier­un­ter­richt, lern­te aber nie rich­tig Noten­le­sen – war­um auch, mein musi­ka­li­sches Gedächt­nis funk­tio­nier­te wun­der­bar. Gene­rell ver­fü­ge ich über eine sehr schnel­le Auf­fas­sungs­ga­be – Fluch und Segen zugleich, denn mir flog zwar alles zu, aber ich hat­te grund­sätz­lich kei­ne Lust, die Erwar­tun­gen ande­rer zu erfül­len. Alles, was mir nicht ent­sprach, führ­te zum Shut­down – über­la­gert vom Schat­ten der Unzu­frie­den­heit, mei­ne Fähig­kei­ten nicht voll­ends nut­zen zu kön­nen. Heu­te weiß ich, dass ich als Autis­tin sowohl reiz­über­flu­tet als auch sozi­al über­for­dert war. Dass ich zusätz­lich auch ADHS-neu­ro­di­ver­gent bin, ist extrem wahr­schein­lich.

Gut zu wis­sen …

Stim­ming ist der Begriff für sen­so­ri­sche und emo­tio­na­le Mecha­nis­men der Selbst­re­gu­lie­rung, die alle Men­schen zur Kom­pen­sa­ti­on und Sti­mu­la­ti­on nut­zen, neu­ro­di­ver­gen­te jedoch beson­ders inten­siv. Dazu gehö­ren visu­el­le, audi­to­ri­sche und tak­ti­le Stims wie Blin­zeln, Stift­dre­hen, Wip­pen, Musik­hö­ren, Sum­men, Haa­re­zwir­beln, Essen et cete­ra – steu­er­ba­re Regun­gen.

Neu­ro­di­ver­genz ist kein medi­zi­ni­scher Fach­be­griff, son­dern beschreibt ein sozia­les Kon­zept, nach dem Men­schen mit unter­schied­li­chen neu­ro­lo­gi­schen Betriebs­sys­te­men exis­tie­ren. Die Mehr­heits­ge­sell­schaft wird als neu­ro­ty­pisch bezeich­net, davon abwei­chen­de Indi­vi­du­en als neu­ro­di­ver­gent und die Grup­pe aus allen gemein­sam als neu­ro­di­vers.

Hochtouriger Leerlauf – Jugend als Überlastung

Aus die­ser inne­ren Unru­he und dem Frust über mich selbst her­aus ent­wi­ckel­te ich mit der Puber­tät eine uner­war­tet extro­ver­tier­te Per­sön­lich­keit, die zwar ein authen­ti­scher Teil von mir war, zugleich aber auch emo­tio­nal unbe­re­chen­bar, zu groß und zu laut. Ich war gestresst von mei­nen Bedürf­nis­sen, die so kon­trär gela­gert waren. Von mei­ner Umwelt wur­de ich zugleich über- und unter­schätzt, und nie­mand – inklu­si­ve mir selbst – konn­te mei­ne inne­ren Kämp­fe nach­voll­zie­hen. Oft bekam ich die Rück­mel­dung, ich sei elo­quent, hät­te einen exzel­len­ten, sar­kas­ti­schen Humor und ein gro­ßes All­ge­mein­wis­sen. Hyper­em­pa­thie und ein aus­ge­präg­ter Gerech­tig­keits­sinn mach­ten es nicht ein­fa­cher: Da ich nie den Mund hal­ten konn­te, Unge­rech­tig­kei­ten sofort und undi­plo­ma­tisch ansprach und mir Hier­ar­chien nichts bedeu­te­ten, eck­te ich oft an. Ins Gespräch zu kom­men, fiel mir leicht, aber das Auf­recht­erhal­ten von Bezie­hun­gen nicht. Mein Freun­des­kreis war dem­entspre­chend sehr klein und bestand aus ande­ren Weir­dos.

Ich woll­te dabei sein, ohne mich anpas­sen zu müs­sen.

Mir wur­de über Jah­re das Gefühl ver­mit­telt, ich sei ein unge­schlif­fe­ner Roh­dia­mant. Dabei hat­te ich weder ein Inter­es­se dar­an, mei­ne inten­si­ve Gefühls­welt zu dros­seln, noch mei­ne Talen­te kom­mer­zi­ell nutz­bar zu ver­fol­gen. Men­schen und ihre Ambi­tio­nen waren mir min­des­tens suspekt, meis­tens sogar zu unlo­gisch, zu pri­mi­tiv und bedroh­lich. Ich woll­te dabei sein, ohne mich anpas­sen zu müs­sen, nicht zur Mario­net­te einer mani­pu­la­ti­ven Gesell­schaft wer­den. Ich spreng­te schlicht alle Schub­la­den, in die man mich zu ste­cken ver­such­te, mit mei­nem Trotz und der sen­so­ri­schen Über­las­tung, die dazu führ­te, dass ich ein fre­cher, wüten­der und immer erschöpf­ter Teen­ager wur­de. Das ers­te Mal ging ich wegen Angst­zu­stän­den in The­ra­pie, als ich zwölf Jah­re alt war.

Gut zu wis­sen …

Spek­trums­tö­rung ist ein Sam­mel­be­griff für unter­schied­lich aus­ge­präg­te Sym­pto­me neu­ro­lo­gi­scher Ent­wick­lungs­stö­run­gen wie Autis­mus und ADHS. Die Band­brei­te reicht von ein­zel­nen Per­sön­lich­keits­zü­gen bis hin zu schwer­wie­gen­den Krank­heits­mus­tern, die das Leben und das sozia­le Mit­ein­an­der stark behin­dern; Über­gän­ge sind flie­ßend. Es gibt kei­ne erwor­be­ne ADHS oder Autis­mus-Spek­trum-Stö­rung (ASS), bei­des ist über­wie­gend erb­lich bedingt. Autis­ten sind reiz­of­fe­ner und neh­men sich und ihre Umwelt anders wahr als neu­ro­ty­pi­sche Men­schen. ADHS äußert sich unter ande­rem durch inne­re oder moto­ri­sche Unru­he sowie Impul­si­vi­tät und leich­te Ablenk­bar­keit. Den Funk­ti­ons­bil­dern gemein sind inten­si­ve Wahr­neh­mung, Hyper­fo­kus und eine schnel­le Auf­fas­sungs­ga­be durch alter­na­ti­ve Asso­zia­ti­ons­ket­ten. Etwa zwei Pro­zent der Bevöl­ke­rung sind autis­tisch ver­an­lagt, cir­ca fünf Pro­zent der Mensch­heit und bis zu 70 Pro­zent der autis­ti­schen Men­schen sind ADHS-neu­ro­di­ver­gent.

Subkultur als Hort kreativer Identität

Die Musik ver­netz­te mich auf dem Weg zum Erwach­sen­wer­den mit ande­ren, denen es ähn­lich ging: die kei­ne Wor­te für die Welt hat­ten und zu vie­le zugleich. Mit 14 tauch­te ich in die Metal- und Gothic-Sze­ne ab. In die­sem Sub­kul­tur­kreis, der nahe­zu frei von Dro­gen und Gewalt war, konn­te ich zuneh­mend aus mir her­aus­ge­hen, die Welt erkun­den und mich alter­na­tiv krea­tiv aus­pro­bie­ren. Hier bot sich mir eine Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on außer­halb kon­ser­va­ti­ver Nor­men.

Bei die­sen Men­schen fühl­te ich mich zu Hau­se.

Ich fühl­te mich geis­tig ange­kom­men, mein Bedürf­nis nach Grenz­erfah­rung und ganz­heit­li­cher Ästhe­tik wur­de end­lich befrie­digt: Die inten­si­ve düs­ter-ero­ti­sche Sinn­lich­keit, das Aus­le­ben von Welt­schmerz, aber vor allem das Zele­brie­ren von Anders­ar­tig­keit war für mich die ulti­ma­ti­ve Sicher­heits­zo­ne. Die­se Frei­heit hat­te einen gro­ßen Selbst­er­mäch­ti­gungs­ef­fekt. Die Men­schen, mit denen ich con­nec­ten konn­te, waren unkon­ven­tio­nel­le und schrä­ge Vögel. Alter, Geschlecht oder sozio-öko­no­mi­scher Sta­tus spiel­ten kaum eine Rol­le. Bei die­sen Men­schen fühl­te ich mich zu Hau­se. Ich erfuhr in mei­nem Bekann­ten­kreis eine Form von Wert­schät­zung und Kri­tik, die es in der Mehrheits­gesellschaft nicht gab, da sich mei­ne Stär­ken in davon abwei­chen­den Berei­chen befan­den. Mit 16 oder 17 sang ich außer­dem für eine Wei­le im Tai­zé-Chor; das eröff­ne­te mir eine Gemein­schaft, in die ich immer hin­ein­woll­te, mich aber lan­ge nicht getraut hat­te. Mei­ne Stim­me stand da nicht im Fokus, ich konn­te sie lang­sam ent­de­cken. Dann begann ich, selbst Musik zu kom­po­nie­ren und lern­te kurz dar­auf in einem Nacht­club Arne ken­nen, in des­sen Elek­tro-Wave-Band Mecha­ni­cal Moth ich mit einer Unter­bre­chung seit fast 20 Jah­ren sin­ge, tex­te und Musik­vi­de­os dre­he. Die Musik wur­de für mich zu einer Spra­che, die es mir ermög­lich­te, mei­ne Wut über die kom­mu­ni­ka­ti­ven Miss­ver­ständ­nis­se mit der neu­ro­ty­pi­schen Welt aus­zu­drü­cken.

Als Hochsensible in einer genormten Hölle

Nach der Schu­le lan­de­te ich in der Plan­lo­sig­keit der beruf­li­chen Zukunfts­ängs­te. Da ich in mei­nen Wunsch­stu­di­en­gang nicht rein­kam, begann ich eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung in einer Anwalts­kanz­lei und schei­ter­te erfolg­reich am 9‑to-5-Sys­tem. Mein extrem emp­find­li­ches Ner­ven­sys­tem kol­la­bier­te. Zwi­schen Front-Desk-Tele­fo­nie, Small­talk-Höl­le der Kolleg:innen und den star­ken Hier­ar­chien wur­de ich depres­siv, ent­wi­ckel­te Panik­at­ta­cken und been­de­te die Aus­bil­dung ver­kürzt. Außer­halb mei­ner Sze­ne war ich von den Anfor­de­run­gen der Erwach­se­nen­welt maß­los über­for­dert und lan­de­te im Burn­out. In mir wuch­sen Zwei­fel, dass ich irgend­wie kaputt war, nie ankom­men und selbst­stän­dig in die­ser Welt bestehen wür­de. Mein Kör­per spiel­te ver­rückt, wenn ich über­las­tet war. Hyper­sen­si­ble Wahr­neh­mung und ver­rin­ger­te Reiz­fil­ter führ­ten zum kon­stan­ten Over­load und regel­mä­ßi­gen Melt­downs. Anpas­sungs­stö­rung, Depres­si­on, Ängs­te – die Dia­gno­sen der Psycholog:innen ver­fehl­ten die Ursa­che jedes Mal. Es gab kei­nen kon­kre­ten Aus­lö­ser für mei­ne all­um­fas­sen­de Belas­tungs­in­to­le­ranz. Erst nach der Aus­bil­dung gab mir ein auf­merk­sa­mer The­ra­peut den Hin­weis, ich sei Syn­äs­the­ti­ke­rin und eben «etwas mehr autis­tisch als ande­re». Ich wuss­te nicht ein­mal, was das bedeu­te­te.

Gut zu wis­sen …

Over­load ist ein Zustand der Über­las­tung. Oft­mals sind autis­ti­sche Men­schen unter Stress durch Ein­drü­cke und Anfor­de­run­gen der Umwelt. Reiz­über­flu­tung und feh­len­de Opti­on auf recht­zei­ti­gen Rück­zug kön­nen zu einem Melt­down füh­ren, bei dem das über­steu­ern­de Ner­ven­sys­tem star­ke Gefüh­le wie Angst, Hilf­lo­sig­keit und Über­for­de­rung nicht mehr kom­pen­sie­ren kann; nach außen kann das aggres­siv wir­ken, ist jedoch nie ziel­ge­rich­tet.

Syn­äs­te­sie ist ein Wahr­neh­mungs­phä­no­men, bei dem ver­schie­de­ne Sin­ne­s­ka­nä­le mit­ein­an­der ver­knüpft sind. Synästhetiker:innen neh­men zum Bei­spiel Musik oder Buch­sta­ben in Far­be oder Geruch wahr, das Zeit­kon­zept mehr­di­men­sio­nal. Etwa vier Pro­zent aller Men­schen sind syn­äs­the­tisch ver­an­lagt, vie­le davon im ADHS- und Autis­mus-Spek­trum.

Ver­schie­de­ne Job­wech­sel, die mitt­ler­wei­le vier­te Psy­cho­the­ra­pie und eine Schwan­ger­schaft spä­ter nahm ich eine krea­ti­ve Aus­zeit, schrieb einen Roman und arbei­te­te als per­sön­li­che Assis­ten­tin für einen befreun­de­ten Schrift­stel­ler. Mir wur­de plötz­lich klar, dass ich eine Nische für mich fin­den muss­te.

Diagnose als Basis für Empowerment

Erst mit der Ver­net­zung über Twit­ter und Insta­gram bekam ich mit Ende Zwan­zig den Ver­dacht, dass mein Gehirn ein ande­res neu­ro­lo­gi­sches Betriebs­sys­tem haben könn­te und ich über­haupt nicht kaputt war. Ich las vie­le Pos­tings und Hash­tags der krea­tiv arbei­ten­den neu­ro­di­ver­gen­ten Com­mu­ni­ty, mit denen ich mich kom­plett iden­ti­fi­zie­ren konn­te, sodass es mich förm­lich über­roll­te. Da war sie, die Erklä­rung für die Inkom­pa­ti­bi­li­tät mit dem Groß­teil mei­ner Umwelt. Nach einer drei­jäh­ri­gen Inten­siv­aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma Neu­ro­di­ver­genz mel­de­te ich mich zur Dia­gnos­tik an. Die erfah­re­ne Psych­ia­te­rin sich­te­te mei­ne detail­liert ver­schrift­lich­ten Hin­wei­se und Noti­zen und frag­te amü­siert, wann ich mir mei­ne Dia­gno­se abho­len kom­men wür­de, sie sei offen­sicht­lich. Ich war ein Para­de­bei­spiel für eine spät­dia­gnos­ti­zier­te Frau, die durchs Ras­ter der ver­al­te­ten Dia­gno­se­kri­te­ri­en gefal­len war.

Kare­na Beis­sert © Julia Nuet­zel

Heu­te weiß ich gut, was ich brau­che und was mich erfüllt. Mein neu­ro­di­ver­gen­tes Gehirn wür­de ich für kein Geld der Welt ein­tau­schen wol­len, auch wenn es manch­mal schwer ist, ihm gerecht zu wer­den. Ich muss mich in mei­nem Tem­po mit der Welt aus­ein­an­der­set­zen, die Musik hat mich dabei unent­wegt beglei­tet, gestützt, ent­reizt und ver­netzt. Musik ist exis­ten­zi­ell wich­tig für mei­ne per­sön­li­che Ent­wick­lung in einer Welt, die nicht auf mei­ne Bedürf­nis­se aus­ge­legt ist. Noten lesen kann ich bis heu­te nicht rich­tig, aber ich füh­le Musik durch die Syn­äs­the­sie in Far­be und Bewe­gung. Anfang des Jah­res habe ich mein Bache­lor­stu­di­um der Sozia­len Arbeit im Schwer­punkt Kul­tur und Medi­en über Res­sour­cen von Musik in der Arbeit mit neu­ro­di­ver­gen­ten Men­schen abge­schlos­sen. Dadurch konn­te ich auf gewis­se Wei­se mei­nen Frie­den mit dem Zwie­spalt aus dem Bedürf­nis nach Musik und der Über­for­de­rung durch sozia­le Inter­ak­ti­on und Lern­mo­ti­va­ti­on schlie­ßen.

Ich muss Musik­theo­rie nicht ver­ste­hen, um Musik füh­len zu kön­nen. Ich muss nicht Musik stu­diert haben, um ande­ren Men­schen den Kon­takt zu sich selbst über Musik, Hör­spie­le, Gesang oder Sound­ex­pe­ri­men­te zu ermög­li­chen. Rhyth­mus, Klang und Spiel sind ele­men­ta­re Aspek­te unse­res Daseins, die wir zuerst intui­tiv nut­zen ler­nen soll­ten, bevor wir sie aka­de­mi­sie­ren. Musik kann dabei hel­fen, uns in einer kom­ple­xen Welt zu ord­nen. Neben Mecha­ni­cal Moth, den mitt­ler­wei­le neun Büchern, die ich geschrie­ben habe, sowie Job und Fami­lie habe ich letz­tes Jahr noch ein eige­nes Metal-Pro­jekt gegrün­det. Zum ers­ten Mal bin ich nicht ver­un­si­chert, son­dern Feu­er und Flam­me für all mei­ne krea­ti­ve Ener­gie.

Fokus: all incl.

Mit der The­men­stre­cke «Fokus: all incl.» möch­ten wir ganz­heit­li­ches Den­ken, Tun und Sein zur Maxi­me erhe­ben und einen Bei­trag zur Sen­si­bi­li­sie­rung beim The­ma Diver­si­ty leis­ten. Wir ste­hen nicht in der Mit­te einer nor­ma­ti­ven Gesell­schaft und inklu­die­ren Anders­ar­tig­keit. Wir sind ein Gan­zes, das aus vie­len und sehr diver­sen Tei­len besteht. Wir spre­chen von gemein­sa­mer Gestal­tung und geben bewähr­te Tipps aus dem geleb­ten All­tag.

stehender, schwarz gekleideter, gemischter Chor in rot-gelb-türkiser Grafik
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Portrait von Karena Beissert

Autor:in

Karena Beissert

Karena Beissert ist vielseitig kreative Autistin. Hauptberuflich ist sie als Pädagogin in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Als Fachautorin veröffentlicht sie Artikel zum Thema Neurodivergenz, beispielweise im autismus magazin und im SPIEGEL. Unter dem Pseudonym Nika Sachs publiziert sie Romane und Kinderbücher. Musikalisch ist sie unter dem Künstlernamen Ivy in der Metal- und Goth-Szene aktiv.

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