Aus der (Chor-)Hölle

Von Extschelsis bis Einsatz verpasst

Ich lie­be das Chor­sin­gen, wirk­lich! Wenn da nur nicht die ande­ren Men­schen wären und ihre klei­nen «Beson­der­hei­ten» … Hier kom­men mei­ne Top 3 – die Aus­wahl fiel mir schwer. Sehr schwer!

Platz 3: Die Latein-Diskussion

Bei jedem latei­ni­schen Text geht’s wie­der los: klas­si­sches, ita­lie­ni­sches oder doch Kir­chen­la­tein? «Deeeo» oder «Däääoh», «Ekzel­sis» oder «Ext­schel­sis»? Mei­ne Güte, wir haben ande­re Sor­gen – erst­mal Töne tref­fen, mei­ne Lie­ben! Natür­lich ist die ursprüng­li­che Aus­spra­che wich­tig. Aber wenn Lothar wie­der von sei­nem Semi­nar 1950 in Hin­ter­dumpfin­gen erzählt oder Mar­ti­na über «das schmud­de­li­ge Italo-Latein» meckert, ist es vor­bei mit mei­ner Geduld. Denn die Dis­kus­si­on bringt nichts. Am Ende wird doch ein bun­ter Strauß ver­schie­dens­ter Voka­le und Kon­so­nan­ten gesun­gen. Hät­ten wir auch gleich so machen kön­nen.

Platz 2: Der Flaschenfall

Ein All-Time-Favo­rit, der auch in die­ser Pro­ben­sai­son wie­der stark abge­lie­fert hat: die umfal­len­de Metall­fla­sche! «Kloooong – ding­ding­ding – raschel – wisch» … Ich habe Fra­gen. War­um ver­staut ihr die nicht in euren rie­si­gen Fahr­ra­druck­sä­cken, dort ist doch Platz genug!? «Da kom­me ich aber nicht so gut ran, man soll doch viel trin­ken!» Bist du eine dau­er­durs­ti­ge Berg­zie­ge auf Hima­la­ya-Expe­di­ti­on? Sor­gen macht mir auch die Evo­lu­ti­on der Fla­sche, ich sage nur Stan­ley Cups. Das sind kei­ne Fla­schen mehr, das sind Was­ser­tanks. Mit Fol­gen: zu Tode erschreck­te Sopra­ne, noch mehr wischen­de Tenö­re – und eine Fla­sche, die uner­bitt­lich wei­ter­rollt.

Platz 1: Endgegner Einsätze

Manch­mal singt man nichts Latei­ni­sches. Theo­re­tisch könn­te auch mal kei­ne Fla­sche fal­len. Eins aber ist garan­tiert: schlech­te Ein­sät­ze! Es beginnt mit dem Ein­at­men, bes­ser gesagt dem unge­sun­den Keu­chen, als wären es jog­gen­de Nil­pfer­de. Immer­hin wis­sen die Luft­ein­sau­ger, dass sie gleich dran sind – nicht wie die, die sich gemüt­lich auf der Zwei rein­schlei­chen (guten Mor­gen, Bäs­se!). Manch­mal setzt ein­fach nie­mand ein, auch schön. Und dann erst­mal: «Hihi!» War­um eigent­lich? Was ist dar­an bit­te lus­tig, DASS IHR ALLE VERSAGT HABT?

Okay. Ertappt, ich auch. Aber nur, weil ich mir den Ein­satz nicht mar­kie­ren konn­te. Blei­stift ver­ges­sen.

Portrait von Henriette Schwarz

Autor:in

Henriette Schwarz

Henriette Schwarz ist Musikwissenschaftlerin und arbeitet beim DCV in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie schreibt oft humorvoll über die facettenreichen Seiten des Chorsingens.

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