Neue (Chor-)Musik: «Christus Factus Est» von Daniel Kidane

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Tristan Meister

Ausgabe

Chorzeit Online

Mit Anton Bruck­ners berühm­ter Motet­te hat das «Chris­tus Fac­tus Est» aus der Feder von Dani­el Kidane haupt­säch­lich den latei­ni­schen Titel gemein. Der preis­ge­krön­te, 1986 gebo­re­ne bri­ti­sche Kom­po­nist wählt für sein Werk die eng­li­sche Über­set­zung und legt es grund­sätz­lich acht­stim­mig an. In sehr lei­ser Ein­stim­mig­keit begin­nend, ver­langt er zunächst kleins­te dyna­mi­sche Ent­wick­lun­gen und fei­ne Sekund­rei­bun­gen, die dem Beginn eine mys­te­riö­se Atmo­sphä­re ver­lei­hen, bevor Kidane die Musik immer wei­ter auf­fä­chert.

Die Pas­sa­ge «Christ beca­me obe­dient» wird wie­der­holt und stei­gert sich in Laut­stär­ke und Ton­um­fang, ehe sie mit «unto death for us» wie­der in sich zusam­men­fällt und bis zum Ver­sa­gen der Stim­men «al nien­te» aus­klingt. Die anschlie­ßend besun­ge­ne Ver­herr­li­chung Chris­ti wird hier eben­falls sehr plas­tisch von der tie­fen Lage in expo­nier­te­re Regio­nen gestei­gert und ist wei­ter­hin von dis­so­nan­ten, sich nur lang­sam auf­lö­sen­den Rei­bun­gen geprägt. Grund­sätz­lich ver­langt Kidane gro­ße dyna­mi­sche Kon­tras­te und lan­ge, sta­bil aus­ge­hal­te­ne Töne in teils unbe­que­men Lagen, was die Musik wohl nur für ambi­tio­nier­te­re Chö­re gut aus­führ­bar macht. Dann dürf­te sich eine ganz beson­de­re, teils flir­ren­de Klang­far­be ein­stel­len, die vor allem in grö­ße­ren Kir­chen­räu­men zur Gel­tung kom­men dürf­te. Da rhyth­mi­sche Her­aus­for­de­run­gen aus­blei­ben, kann man sich auch eine kreis­för­mi­ge, weit auf­ge­fä­cher­te Auf­stel­lung zur Unter­stüt­zung der Klang­idee gut vor­stel­len.

Der Komponist Daniel Kidane in blauem Hemd vor dunkler Wand
Dani­el Kidane © Kau­po Kikkas

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Tristan Meister

Tristan Meister ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles. Zudem ist er als Dozent tätig und Juror bei Wettbewerben wie dem Deutschen Chorwettbewerb.

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