Neu in Essen: der Studiengang «Musikpädagogik kompakt»

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Chorzeit-Redaktion

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Die Folk­wang Uni­ver­si­tät der Küns­te Essen star­tet zum Win­ter­se­mes­ter 2026/27 den Mas­ter­stu­di­en­gang «Musik­päd­ago­gik kom­pakt». Er rich­tet sich unter ande­rem an Absolvent:innen instru­men­ta­ler und voka­ler Stu­di­en­gän­ge, die ihre künst­le­risch-päd­ago­gi­sche Kom­pe­tenz erwei­tern möch­ten. Der Stu­di­en­gang ver­mit­telt päd­ago­gisch-didak­ti­sche Grund­la­gen, Unter­richts­pra­xis und musi­ka­li­sche Pro­jekt­ar­beit und soll in zwei Semes­tern eine fun­dier­te Qua­li­fi­ka­ti­on für ein brei­tes Berufs­feld ermög­li­chen. Der Mas­ter­stu­di­en­gang «Musik­päd­ago­gik kom­pakt» wird jähr­lich zum Win­ter­se­mes­ter ange­bo­ten. Bewer­bun­gen für den ers­ten Jahr­gang sind ab sofort über das Folk­wang-Bewer­bungs­por­tal der Uni­ver­si­tät mög­lich.

Ein Portrait der Studiengangsbeauftragten Professorin Anne Steinbach in brauner Lederjacke vor reflektierendem Hintergrund.
Prof. Anne Stein­bach © Boke­um Lee
Der neue Mas­ter ist ganz klar auf die Bedürf­nis­se der­je­ni­gen aus­ge­rich­tet, die aus einer künst­le­ri­schen Aus­bil­dung kom­men und nun eine päd­ago­gi­sche Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on erwer­ben möch­ten.

Prof. Anne Steinbach im Gespräch

Frau Prof. Stein­bach, als Stu­di­en­gangs­be­auf­trag­te haben Sie den neu­en Stu­di­en­gang maß­geb­lich mit­ge­stal­tet. Wie hat der Mas­ter «Musik­päd­ago­gik kom­pakt» sich den Zusatz «kom­pakt» ver­dient?

Die Idee ist, eine päd­ago­gi­sche Grund­qua­li­fi­ka­ti­on zu ver­mit­teln, die man im Anschluss an eine künst­le­ri­sche Qua­li­fi­ka­ti­on noch benö­tigt, um in bestimm­ten Berei­chen päd­ago­gisch tätig zu sein. Mas­ter­stu­di­en­gän­ge sind ja häu­fig auf zwei Jah­re ange­legt. Der neue Stu­di­en­gang «Musik­päd­ago­gik kom­pakt» ist auf ein Jahr ange­legt. Das ist etwas ande­res als der vier­jäh­ri­ge Bache­lor­stu­di­en­gang, den wir ja auch am Haus haben. Der neue Mas­ter ist ganz klar auf die Bedürf­nis­se der­je­ni­gen aus­ge­rich­tet, die aus einer künst­le­ri­schen Aus­bil­dung – also dem instru­men­ta­len oder voka­len Haupt­fach oder dem Kom­po­si­ti­ons­stu­di­um – kom­men und nun eine päd­ago­gi­sche Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on erwer­ben möch­ten.

Was war der Aus­lö­ser für Sie, die­sen Stu­di­en­gang zu kon­zi­pie­ren?

An Musik­schu­len wer­den in den nächs­ten Jah­ren vie­le Stel­len frei. Es kom­men aber nicht ent­spre­chend vie­le Men­schen nach, die gera­de ein päd­ago­gi­sches Stu­di­um been­den. Die Zah­len pas­sen hier schon seit Jah­ren nicht wirk­lich zusam­men. Wir wuss­ten das und haben vor dem Hin­ter­grund des Nach­wuchs­man­gels über die­sen Mas­ter nach­ge­dacht. Im Herbst 2025 wur­de dann die «MiKADO-Musik»-Studie – MiKA­DO steht für «Man­gel im Künst­le­risch-Päd­ago­gi­schen Bereich an Aus­bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen in Deutsch­land und Oes­ter­reich» – ver­öf­fent­licht und da haben wir noch mal sehr kon­kret gese­hen, wor­um es poten­ti­el­len Pädagog:innen eigent­lich geht. Von denen, die zunächst in den künst­le­ri­schen Bereich gehen, möch­ten sich vie­le gern noch päd­ago­gisch qua­li­fi­zie­ren. Die sagen das aber nicht direkt nach dem Abitur oder einem sons­ti­gen Schul­ab­schluss, son­dern nach ihrem ers­ten Stu­di­um oder in der End­pha­se ihres ers­ten Stu­di­ums.

Ein Grund, war­um immer weni­ger Men­schen Lehr­kräf­te an Musik­schu­len wer­den möch­ten, dürf­ten die teil­wei­se schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen sein – vor allem die Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se. Wie bewer­ten Sie die Per­spek­ti­ven Ihrer zukünf­ti­gen Absolvent:innen?

Damit set­zen wir uns natür­lich schon seit Jah­ren aus­ein­an­der. Die Erfah­rung zeigt, dass Pädagog:innen mit einem ent­spre­chen­den Abschluss in eine Fest­an­stel­lung kom­men. Nichts­des­to­trotz, es gab über Jah­re hin­weg die Pro­ble­ma­tik der Hono­rar­ver­trä­ge. Durch das Her­ren­berg-Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts 2022, das die Gefahr der Schein­selbst­stän­dig­keit in den Fokus gerückt hat, muss­ten vie­le Kom­mu­nen nach­jus­tie­ren. Gera­de die grö­ße­ren Musik­schu­len haben dann auch Stel­len geschaf­fen. Ich habe schon die Hoff­nung, dass in der jet­zi­gen Situa­ti­on – mit dem Her­ren­berg-Urteil und den frei wer­den­den Stel­len – vie­le Fest­an­stel­lun­gen mög­lich wer­den. Ich wür­de mir aber auch wün­schen, dass es für Men­schen, die anders pla­nen möch­ten, die Fle­xi­bi­li­tät gibt, ein Berufs­bild auf­zu­bau­en, das sich aus unter­schied­li­chen Tätig­kei­ten zusam­men­setzt.

Was bekom­men Student:innen in die­sem einen Jahr des Mas­ter­stu­di­ums ver­mit­telt?

Bevor man anfängt, muss man ein Hos­pi­ta­ti­ons­prak­ti­kum gemacht haben. Wir erwar­ten also, dass die Leu­te schon ein­mal in der Musik­schu­le schnup­pern waren, bevor sie den Mas­ter begin­nen. Spä­tes­tens zur Imma­tri­ku­la­ti­on muss die­ser Nach­weis erbracht wer­den. Im Stu­di­um selbst haben wir ein Modul, das sich um die künst­le­ri­sche Pra­xis dreht. Das beinhal­tet unter­richts­prak­ti­sches Musi­zie­ren, die Ensem­ble­ar­beit und die Basis der Ele­men­ta­ren Musik­päd­ago­gik. Dann haben wir ein päd­ago­gisch-didak­ti­sches Modul mit der Ein­füh­rung in die Musik­päd­ago­gik und ins wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten, außer­dem die didak­ti­schen Semi­na­re und die Unter­richts­durch­füh­rung, aber auch Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten. Und wir haben einen Wahl­pflicht­be­reich. Uns war sehr wich­tig, dass man sich selbst aus­su­chen kann, in wel­chen Berei­chen man genau­er hin­schau­en möch­te, sei es Impro­vi­sa­ti­on oder Musik­theo­rie oder ande­res. Und abschlie­ßend wird das Mas­ter­pro­jekt kon­zi­piert. Dafür hat man dann schon in einem kon­zert­päd­ago­gi­schen Pro­jekt oder einem Musik­ver­mitt­lungs­pro­jekt mit­ge­wirkt, ein Unter­richts­prak­ti­kum und ein kur­zes Pro­jekt­prak­ti­kum sowie ein Kol­lo­qui­um absol­viert. Im Mas­ter­pro­jekt soll man ein eige­nes künst­le­risch-päd­ago­gi­sches Pro­jekt ent­wi­ckeln: ein Kin­der­kon­zert oder ein Hör­spiel für Kin­der ent­wi­ckeln oder ein Schü­ler­kon­zert mit eige­nen Schüler:innen auf die Bei­ne stel­len oder eine musi­ka­li­sche Stadt­füh­rung. Da darf sich jeder aus­le­ben, wie er oder sie das möch­te.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen

Infor­ma­tio­nen zum Stu­di­en­gang «Musik­päd­ago­gik kom­pakt» auf den Sei­ten der Folk­wang Uni­ver­si­tät der Küns­te: https://www.folkwang-uni.de/home/wissenschaft/studiengaenge/musikpaedagogik

Die Bewer­bungs­frist für das Win­ter­se­mes­ter 2026/27 endet am 15. März 2026.

Zur Per­son

Dr. Anne Stein­bach ist seit Novem­ber 2020 als Pro­fes­so­rin für Musik­päd­ago­gik | Musik­di­dak­tik mit Schwer­punkt in den künst­le­risch-päd­ago­gi­schen Stu­di­en­gän­gen an der Folk­wang Uni­ver­si­tät der Küns­te tätig. Von 2016 bis 2020 lei­te­te sie den Stu­di­en­gang Ele­men­ta­re Musik­päd­ago­gik an der Hoch­schu­le für Musik der Johan­nes Guten­berg-Uni­ver­si­tät Mainz. Zuvor war sie unter ande­rem Pro­fes­so­rin für Musi­ka­li­sche Bil­dung in der Päd­ago­gik der Kind­heit an der Fach­hoch­schu­le Bie­le­feld. Zudem blickt sie auf eine lang­jäh­ri­ge Tätig­keit als Musik­schul­leh­re­rin zurück und ist seit vie­len Jah­ren als Kon­zert­päd­ago­gin tätig.

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