Inklusiver Probenraum: Der Wohlfühlraum für alle
Bei einem der Wissenscafés von ChorYOUgend – Vol. 2 der Deutschen Chorjugend haben sich Chorleitende gefragt, was einen inklusiven Probenraum ausmacht:
Bei Chorproben bewegen sich Menschen, und lernen Lieder, sie probieren Neues aus, lernen ihre Stimme kennen; Freundschaften werden geschlossen, Konflikte ausgetragen, Emotionen verarbeitet. Der Probenraum, die Home Base jedes Chors, ist ein Ort des Lernens, der Kreativität, des Experimentierens, an dem Rituale und Routinen entstehen. Er bietet Sicherheit und ermöglicht Offenheit und Konzentration.
Ein inklusiver Probenraum ist barrierefrei. Alle Menschen können ihn ohne Hilfe erreichen, nutzen und wahrnehmen – unabhängig von körperlichen, sensorischen oder gesellschaftlichen Voraussetzungen. Zu den nötigen Räumlichkeiten führen Rampen, falls jemand keine Treppen benutzen kann; in der Probe gibt es Sitzmöglichkeiten. Schilder sind für alle verständlich und sprechen alle Identitäten an.
Der Raum ist hell, ruhig und gut belüftet – das fördert Konzentration und Wohlbefinden. Gute Akustik und wenig Ablenkung helfen beim gemeinsamen Arbeiten. Hochsensible Menschen können sich vor Reizüberflutung schützen, etwa mit Kopfhörern oder in Erhol-Ecken, ohne den Kontakt zur Gruppe zu verlieren. So können Menschen pausieren, sich sammeln und regulieren, während Chorleitende und Betreuende den Überblick behalten. Klare Infrastruktur erleichtert den Ablauf. Der Proberaum ist idealerweise an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, die Anwege sind gut beleuchtet, sodass sich niemand unsicher oder unwohl fühlen muss.
Empfehlenswert ist, Bedürfnisse in der Gruppe zu klären und Probenablauf und Räumlichkeiten entsprechend anzupassen. Das ermöglicht musikalische Teilhabe. Davon profitieren nicht nur einzelne Chormitglieder, sondern der ganze Chor.