«Hitster» – das Spiel für Gelegen­heits­hörer:innen und Nerds

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Chorzeit-Redaktion

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Um es gleich klar­zu­stel­len: Was das Gesell­schafts­spiel «Hits­ter» aus­macht, ist für Musikfreund:innen eigent­lich All­tag. Denn über die Namen von Interpret:innen zu grü­beln oder damit zu prot­zen, in wel­chem Jahr der Titel im Radio lief – das ken­nen alle, die ein Ohr für aktu­el­le Musik haben. Aber auch, wer die Geschich­te der Pop­mu­sik nur pha­sen­wei­se mit­ver­folgt hat, gerät schnell in den Sog der Rät­sel, die «Hits­ter» einem auf­gibt: Hat Sting «Rox­an­ne» allein besun­gen oder als Teil von The Poli­ce? Ist Micha­el Jack­sons Album «Bad» wirk­lich vor bald 40 Jah­ren erschie­nen? Und wer ist Kali Uchis?

Dass man sol­che Fra­gen wäh­rend einer Run­de «Hits­ter» plötz­lich wahn­sin­nig bedeut­sam fin­det, hat viel damit zu tun, dass die Musik auch wirk­lich zu hören ist. Mög­lich wird das dank Spo­ti­fy. Das ist einer der weni­gen Wer­muts­trop­fen: Der Markt­füh­rer unter den Musik-Platt­for­men steht wegen sei­ner Aus­schüt­tungs­mo­del­le und sei­nes man­gel­haf­ten Jugend­schut­zes in der Kri­tik. Am ein­fachs­ten spielt sich «Hits­ter» aber nun­mal, wenn jemand mit am Tisch sitzt, der für einen Account bei Spo­ti­fy bezahlt. Über einen QR-Code auf den Spiel­kar­ten ver­bin­det sich das Smart­phone mit einer Play­list. Bes­ten­falls per Blue­tooth-Laut­spre­cher kön­nen nun die zwei bis zehn Spieler:innen den Aus­schnitt des gesuch­ten Musik­ti­tels ana­ly­sie­ren. Wer das Erschei­nungs­jahr rich­tig schätzt, ergänzt den vor sich auf dem Tisch lie­gen­den Zeit­strahl mit der Spiel­kar­te. Wer zuerst zehn Titel chro­no­lo­gisch rich­tig ein­sor­tie­ren kann, gewinnt.

Auf der Ziel­ge­ra­den: Wer zuerst zehn Titel rich­tig ein­sor­tiert, gewinnt © Surf-Guard / flickr

«Hits­ter» kam 2022 auf den Markt. Dass die Fan­ge­mein­de des Spiels bis heu­te wächst, hat auch mit den Erwei­te­run­gen zu tun. Den Anfang mach­te die «Schla­ger Par­ty», bald kamen wei­te­re Edi­tio­nen in den Han­del: «Sum­mer Par­ty», «Guil­ty Plea­su­res» und «Rock» set­zen mit spe­zi­el­len Play­lists eige­ne Schwer­punk­te. Das 2024 erschie­ne­ne «Hits­ter Bin­go» fragt mehr Details zu den Titeln ab, dadurch gerät das Spiel stär­ker in nerdi­ge Fahr­was­ser. Wer bis­her dar­un­ter litt, dass nie­mand eine Auf­lis­tung aller Pla­tin-Alben von Dua Lipa zu schät­zen wuss­te, der blüht bei «Hits­ter Bin­go» erst so rich­tig auf.

Letzt­lich ist es das ein­fa­che Spiel­prin­zip, ver­bun­den mit den Erin­ne­run­gen und Asso­zia­tio­nen, die Musik­hö­ren aus­löst, die «Hits­ter» zu einem gro­ßen Spaß machen. Die Erwei­te­run­gen sor­gen dabei für zusätz­li­che Abwechs­lung. Und ein Ende ist vor­erst nicht abseh­bar, die Welt der Musik ist groß. Dass wir von der Chor­zeit da auch noch ein paar Vor­schlä­ge hät­ten, ist ja klar.

Zum The­ma

«Hits­ter. Das Musik-Par­ty­spiel»
Ver­lag: Jum­bo Group | EAN: 8710126198872

Wei­te­re Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen fin­den sich auf der Web­site des Spie­le­pro­du­zen­ten Jum­bo Group.

Fund­stück

Wäh­rend der Arbeit für die Chor­zeit begeg­nen uns immer wie­der klei­ne Schät­ze – Din­ge, die mit dem Sin­gen in Zusam­men­hang und dabei ganz für sich ste­hen. In unse­rer Rubrik «Fund­stück» stel­len wir sol­che Klein­ode vor. Dabei sind der Form kei­ne Gren­zen gesetzt. Ein Brett­spiel mit ori­gi­nel­ler Spiel­idee fin­den wir eben­so fas­zi­nie­rend wie auf­wän­di­ge Fern­seh­do­ku­men­ta­tio­nen oder auch nur ein kur­zes Video, das uns zum Lachen gebracht hat. Haupt­sa­che, das «Fund­stück» eröff­net eine inter­es­san­te neue Per­spek­ti­ve aufs Sin­gen.

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